Berufsorientierung

Berufsorientierung an der JLS

Die Julius-Leber-Schule ist eine Schule im Aufbau, ausgebaut bis Jahrgangsstufe 10. Für unser Konzept bedeutet das: Vieles passiert zum ersten Mal, wir ergänzen ständig das Konzept und legen sehr viel Wert darauf, unsere bereits bestehenden Kontakte zu externen Institutionen wie Firmen oder Berufsschulen auszuweiten. Nach dem Ende der Schulzeit beginnt für die Schülerinnen und Schüler ein neuer Lebensabschnitt. Sie hoffen auf einen guten Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Die meisten Jugendlichen träumen dabei von einem Beruf, der ihnen sowohl Zufriedenheit und Selbstwertgefühl als auch materielle Sicherheit verschafft. Ihre Berufswünsche orientieren sich eher an Modeberufen oder an eigenen – oftmals fälschlichen – Vorstellungen von Berufsbildern als an den Anforderungen und Angeboten des Arbeitsmarktes. Hier ist von Seiten der Schule ein frühzeitiges Einwirken notwendig, um das Berufswahlspektrum realitätsnah zu erweitern – insbesondere im Hinblick auf die räumliche Lage unserer Schule bzw. den Wohnort der Jugendlichen. Ziel der Berufsorientierung ist es, den Schülerinnen und Schülern Einblicke in das Arbeitsleben zu vermitteln, Orientierungshilfen für die eigene Berufswahl zu geben und sie auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes realitätsnah vorzubereiten. Fächerübergreifend werden in Vorhabenwochen, im Fach Verbraucherbildung oder in Deutsch – berufsbezogene Themen erarbeitet.

Dazu gehören:

  • Der Haushaltsführerschein,
  • Das Kennenlernen von Berufsfeldern (Handwerk, Industrie, Dienstleistung, Kaufmännischer Bereich etc.) und zugehörigen Berufen,
  • das Entdecken eigener Fähigkeiten und Interessen,
  • Ausbildung und Arbeit sowie Arbeitslosigkeit,
  • Arbeitsbedingungen und Arbeitsschutz,
  • die Bewerbung (Lebenslauf, Anschreiben, Anlagen).

Darüber hinaus erkunden die Schülerinnen und Schüler die Arbeitsplätze ihrer Eltern, setzen sich intensiv mit ihren Berufsüberlegungen auseinander, nehmen an betrieblichen Erkundungen teil, lernen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung (BIZ, Internet, Printmedien) kennen und messen schließlich ihre Vorstellungen an den Anforderungen der Ausbildungsberufe und der Realität des Ausbildungsmarktes.

Berufsorientierung in den einzelnen Jahrgangsstufen

Klasse 5-7

In den Jahrgangsstufen 5 bis 7 geht es um themenspezifische Bezüge im Rahmen der verschiedenen Unterrichtsfächer. Die Schüler lernen z.B. die Berufe der Eltern oder anderer naher Verwandter genauer kennen und stellen diese vor, setzen ihre Hobbies/Interessen in Beziehung zu Berufen, denken über den Genderaspekt im Berufsleben nach (Was ist typisch Mann/ typisch Frau und ist das gut so?) und nehmen an ersten Betriebserkundungen teil. Das Fach Verbraucherbildung spielt bei der Verbindung von Lebens- und Berufswegeplanung eine große Rolle.

Klasse 8

In der 8. Jahrgangsstufe beginnt der konkrete Berufsorientierungsunterricht mit Unterstützung externer Kooperationspartner. Zu Beginn des 1. Halbjahres der 8. Jahrgangsstufe stellt sich die Berufsberatung des Arbeitsamtes auf einem Elternabend vor und die Klassen lernen bei einem Besuch das Berufsinformationszentrum (BIZ) mit seinen Medien kennen und insbesondere die jeweiligen Computerprogramme werden zum ersten Mal erprobt. Parallel wird im Deutschunterricht das Bewerbungsschreiben vertieft thematisiert. Darüber hinaus bereiten die Schülerinnen und Schüler wöchentlich in einem einstündigen Berufsorientierungsunterricht ihr erstes 2-wöchiges Betriebspraktikum vor, das Anfang des 2. Halbjahres im Februar stattfindet. Praktikumsplatzsuche und die Bewerbung um einen Praktikumsplatz prägen zum Ende des 1. Halbjahres und noch zu Beginn des 2. Halbjahres den Berufsorientierungsunterricht. Des Weiteren erkennen die Schüler, z.B. im Rahmen eines Assessmentcenters und mit Hilfe verschiedener Tests zur Kompetenzfeststellung, ihre Fähigkeiten sowie die Kompetenzen, die bei ihnen noch geschult werden müssen. Außerdem erproben sie in Rollenspielen typische Situationen eines Arbeitsalltags und reflektieren über vorbildliche und fehlerhafte Verhaltensweisen im Bereich Kommunikation, Selbstständigkeit, Teamarbeit, Konfliktbewältigung und Lernbereitschaft. Das hilft ihnen auch bei der Vorbereitung auf das Betriebspraktikum und der Bewältigung möglicher Schwierigkeiten.

Die nach dem Praktikum abzugebende Praktikumsmappe wird als Leistungsnachweis gewertet, die Anforderungen an die Mappe werden vorher im Unterricht erarbeitet. Klassen- und/oder WiPo-Lehrer betreuen die Schüler während des Praktikums durch Besuche im Betrieb. Im WiPo-Unterricht wird das Praktikum ausführlich reflektiert. Die so gewonnenen Erkenntnisse sind für die Auswahl des zweitens Praktikums von großer Bedeutung.

Der Besuch der Orientierungsschau Berufe in der Petrikirche ermöglicht es den Jugendlichen, weitere Kontakte zu Betrieben zu knüpfen und die Anforderungen an Ausbildungsplatzbewerber sowie die Inhalte verschiedener Ausbildungsberufe spielerisch kennenzulernen.

Weiterhin erhalten die Schüler des 8. Jahrgangs durch die Befragung von Auszubildenden und Arbeitnehmern realistische Einblicke in den Ausbildungs- und Berufsalltag. So werden z.B. im Deutschunterricht Interviewfragen vorbereitet, die einem eingeladenen Gast (z.B. Polizeivollzugsbeamter) im Unterricht gestellt werden. Aus den Informationen erstellen die Schüler einen lebendigen Berufssteckbrief.

Klasse 9
In Jahrgang 9 bilden vor dem Hintergrund des anstehenden 2. Betriebspraktikums und des nahenden Übergangs auf weiterführende Schulen oder in den Beruf Trainingseinheiten zu den Themen „Fit für die Bewerbung“ und „Knigge“ zwei Schwerpunkte der Berufsorientierung.

Neben den in Jahrgang 8 eingeführten Bewerbungsbestandteilen Lebenslauf und Anschreiben geht es auch um die Erstellung von Online- und Initiativbewerbungen und es wird von den Schülern verlangt, dass sie eine Bewerbung für einen Ausbildungsplatz passgenau auf eine vorgelegte Stellenanzeige schreiben. Rollenspiele weiten sich auf die Themenbereiche Vorstellungsgespräch und Telefontraining aus und Eignungstests aus der Wirtschaft sowie die Arbeit an Fallbeispielen zum Jugendarbeitsschutzgesetz (Rechte und Pflichten) bereiten zielführend auf das Praktikum und seine Anforderungen vor.

Darüber hinaus werden die Schüler mit fiktiven Spielsituationen konfrontiert, in denen sie eine Absage (Praktikum oder Ausbildungsplatz) von einem Betrieb erhalten. Durch verschiedene Handlungsstrategien lernen sie, mit negativen Erfahrungen im Bewerbungsverfahren umzugehen und diese für sich nutzen.

Die ausführliche Praktikumsmappe wird im WiPo-Unterricht intensiv vorbereitet und hat in Kombination mit der erfolgreichen Ableistung des Betriebspraktikums entscheidenden Einfluss auf die WiPo-Note des ersten Halbjahres.

Im Rahmen der Kooperation mit der Emil-Possehl-Schule (EPS) wird dem 9. Jahrgang die Möglichkeit geboten, im Blockunterricht einer berufsbildenden Schule zu hospitieren. Aus den Angeboten verschiedener Bildungswege (von Ausbildungsvorbereitendem Jahr bis Berufliches Gymnasium) und Fachbereiche können die Schüler frei wählen. Einführend erhalten die Klassen und Lehrkräfte einen auf ihre Bedürfnisse abgestimmten, mit Powerpoint untermalten Vortrag über die Bildungswege an der EPS. Anschließend werden die Schüler von den entsprechenden Fachlehrern begrüßt und in den Unterricht begleitet. In einer Abschlussrunde im Plenum erfolgt eine erste Auswertung der Tages und der gewonnenen Eindrücke.

Als weiterer Kooperationspartner besucht die Handwerkskammer unsere Schulklassen und gewährt ihnen mithilfe der Arbeit an Netbooks und kurzer Videosequenzen gezielte Einblicke in verschiedenste Handwerksberufe.

Weitere Einblicke in ihre beruflichen Optionen erhalten die Schüler durch den Besuch der Berufsmesse Nordjob in der MuK. Hier können sie im Vorfeld vereinbarte, kurze Bewerbungsgespräche mit ihren Wunschbetrieben führen und ihre Bewerbungsunterlagen von den Experten aus der freien Wirtschaft überprüfen lassen.

Klasse 10 
Den Schülern der 10. Klassen empfehlen die Lehrkräfte, die Nordjob selbstständig in den Nachmittagsstunden zu besuchen.

In Jahrgang 10 erkunden die Schüler im Deutschunterricht die Fachsprache verschiedener Berufsbilder. Hierzu erfolgen Fremdwörter-Exkurse und es werden Textsorten behandelt, die in den verschiedensten Berufen alltäglich verwendet werden. Dazu gehören z.B. Protokolle, Geschäftsbriefe, Telefonnotizen, Antwortschreiben auf Beschwerdebriefe, Bestellformulare etc.

Die WiPo-Lehrer stellen noch einmal die verschiedenen Wege nach dem Schulabschluss vor und vermitteln die Schüler auf Wunsch in persönliche Beratungsgespräche bei der Agentur für Arbeit, die über alle Möglichkeiten informiert (Berufsvorbereitungsmaßnahmen, Praktika, Freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr, Ausbildung, weiterführende Schule (berufsbildende Schule/Gymnasium), AuPair, Bundesfreiwilligendienst etc.).

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