Heute machte sich der WPU 8 „Aktiv im Wandel der Zeit“ auf den Weg in die Lübecker Innenstadt und gestaltete eine eigene Führung zu verschiedenen Stolpersteinen.
Seit 1993 gibt es das Projekt STOLPERSTEINE, das die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft lebendig hält, die Erinnerung an jüdische Menschen, die vertrieben und ermordet wurden, an Sinti und Roma, an politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas sowie an Euthanasieopfer.
Im Unterricht hatte jeder im Vorfeld einen Personen-Steckbrief erarbeitet. Dabei lernten wir viele Schicksale von Menschen kennen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet oder zur Flucht gezwungen wurden.
Besonders bewegend waren die Geschichten der Kinder und Jugendlichen, die ihr ganzes Leben noch vor sich hatten und dennoch Opfer des Nationalsozialismus wurden. Wir legten Rosen und Fotos an den Stolpersteinen ab und machten so auch zahlreiche Passanten auf die Erinnerungsorte aufmerksam.
Rückblickend merkten die WPU-Teilnehmer*innen eine Veränderung in ihrem Verhalten:
„Seitdem wir uns mit diesem Thema beschäftigen, gehe ich viel aufmerksamer und achtsamer durch die Stadt.“
Besonders eindrucksvoll waren auch die persönlichen Worte, mit denen einige ihre Vorträge beendeten:
„Es tut mir leid, dass dich keiner beschützen konnte! Ich wünschte, du hättest ein glückliches Leben in Freiheit führen können!“
Zum Abschluss suchten wir noch einen letzten Stolperstein, den wir zunächst nicht finden konnten. Schließlich entdeckten wir ihn im Außenbereich eines Restaurants unter einem Stuhl. Der Restaurantbesitzer bemerkte uns und wollte den Tisch direkt zur Seite räumen. Das war nicht nötig, denn unsere Rose konnten wir auch so platzieren. Die Geste hat uns aber sehr berührt.
